Wohnungslosen-Zeitschrift bodo gelingt rasante Auflagenentwicklun

Bei der Jahreshauptversammlung des Pressevereins Ruhr war der Chefredakteur der Wohnungslosen-Zeitschrift bodo zu Gast. Bastian Pütter berichtete über eine rasante Entwicklung der Auflagenzahlen. Verkaufte der Verein, der das Printprodukt herausgibt, vor Jahren noch 3.500 Exemplare, sind es inzwischen rund 20.000. Zu dem Erfolg habe unter anderem auch die Ausgestaltung der Vertriebswege beigetragen.
Rund 120 Verkäufer sind nach Worten Pütters im Raum Bochum und Dortmund (daher auch der Name bodo) im Einsatz und bieten an Orten mit entsprechender Besucherfrequenz, wie Lebensmitteläden in Stadtteilen oder Einkaufzentren, die Zeitschriften an. Die Verkäufer werden zur Hälfte am Gewinn beteiligt. Wer sich beim Verein Bodo für die Aufgabe meldet, „gibt seinem Leben eine Wende“, erklärte Pütter. Die Menschen gehen wieder einer geregelten Tätigkeit nach, viele finden auch wieder eine Wohnung. Ganz wichtig sei allerdings das Erlebnis von Anerkennung, auch wenn sie Verkäufer schon mal negative Stimmen aus der Bevölkerung zu hören bekommen würden, meinte der Chefredakteur.
Das Personal spiele auch deshalb eine so bedeutende Rolle, weil es die Leser sehr genau kenne. Daher gebe es auch regelmäßig einen Meinungsaustausch mit den Verkäufern. Das 48-seitige Magazin, das pro Exemplar 2,50 Euro kostet, biete eine Fülle an Themen, die eine soziale Verankerung haben können, aber nicht müssen. Das Heft wolle durchaus auch eigene Akzente setzen und beobachte sehr intensiv die Berichterstattung der einzig noch verblieben Tageszeitungsredaktion für das Oberzentrum Dortmund.
Großen Wert lege die Redaktion, die aus drei Teilzeitkräften besteht, auch auf die Fotoauswahl und Bildgestaltung, betonte Pütter. Weltweit gebe es 115 Wohnungslosen-Zeitschriften. Mit ihnen sei bodo recht eng vernetzt.
Bei den anschließenden Wahlen wurden in ihrem Vorstandsamt bestätigt: -1. Vorsitzender Kay Bandermann, 2. Vorsitzende Anja Cord, Thomas Schwarz, Schriftführer: Johannes Brüne, Kassierer: Joachim Hecker. Zu Beisitzern wurden gewählt: Stefan Milk, Martin Pape, Pal Delia, Julika Gang, Michael Milewski, Karola Schiller und Theo Körner. In der Diskussion über die strategische Linie des DJV im Allgemeinen und des Pressevereins im Besonderen kam die Forderung auf, digitale Strategien zu entwickeln, um vor allem junge Menschen zu erreichen, die in den Medien aktiv sind.

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