Diskussion rückt Übergriffe auf Journalisten in den Fokus

Diskussionsrunde mit Frank Überall (DJV-Bundesvorsitzender), Alexander Völkel („Nordstadtblogger“), Björn Kietzmann (Fotograf), Gregor Lange (Polizeipräsident) und Kay Bandermann (Moderator).

„Vielen ist der Druck auf Journalisten bislang gar nicht bewusst“, betont Frank Überall, Vorsitzender des DJV-Bundesverbands, gleich eingangs auf dem Podium. Auf Einladung des DJV-NRW, des Pressevereins Ruhr und der Nordstadtblogger diskutierten im Kino des Kulturort Depot in Dortmund der DJV Bundesvorsitzende mit den beiden Journalisten Alexander Völkel und Björn Kietzmann sowie dem Polizeipräsidenten Dortmunds Gregor Lange. Es moderierte Kay Bandermann, Vorsitzender des Pressevereins Ruhr vor mehr als 70 Zuschauern. So berichten Björn Kietzmann und Alexander Völkel von den vielfältigen Bedrohungen bei der Ausübung ihres Berufs durch (Rechts-) Extremisten. Einschränkungen erfahren sie allerdings auch durch Behinderungen durch die Polizei. Kietzmann war die Akkreditierung als Pressevertreter bei G20 entzogen worden. „Die Pressefreiheit muss in allen Einsatzbesprechungen der Polizei Thema sein“, fordert denn auch Überall. Neben schriftlichen Einsatzbefehlen sollte eine Kommunikationsstruktur aufgebaut werden, die den nötigen Raum für die Berichterstattung zulasse und die Sicherheit der Journalisten gewährleiste. Wo Menschen arbeiten, passierten aber auch Fehler. Sollten Journalisten in ihrer Arbeit durch Beamte behindert werden, sollte dieses auch zu einer Dienstaufsichtsbeschwerde gebracht werden.

Es müsse immer auch abgewogen werde, so Überall, welche Rolle der Journalist habe. Er dürfe sich beruflich nicht in die Rolle eines Aktivisten begeben und müsse sich im Zweifelsfalle juristischen Rat einholen.Einig sind sich Überall und Polizeipräsident Lange darin, Vorfälle zu melden, die Journalisten durch Gewalt oder Einschüchterungen Dritter erfahren. Nur so könnten die Fälle aufgeklärt werden. Viele Journalisten hätten inzwischen aber auch nicht mehr den Mut, sich und ihre Familien damit in Gefahr zu bringen, so Überall.

 

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