Presseverein verleiht Eisernen Reinoldus an Veye Tatah, Gründerin von Africa Positive

Reinoldius Preis Dortmund 2015 Foto Pal Delia (4)v.l.: Guntram Schneider, Kay Bandermann, Veye Tatah, Birgit Jörder, Daniela Schneckenburger (Jugend-Dezernentin,  Birgit Zoerner (Sozialdezernentin), Thorsten Hoffmann (MdB). (Foto: Pal Delia)

Der Presseverein Ruhr hat Veye Tatah, Gründerin und Initiatorin des Vereins „Africa Positive“, am Freitagabend (6. November) im Dortmunder Rathaus mit dem Eisernen Reinoldus ausgezeichnet. Der ehemalige nordrhein-westfälische Sozialminister Guntram Schneider lobte die Entscheidung des Pressevereins, der damit einen „Volltreffer gelandet habe“, weil die Preisträgerin vorbildlich für „gelebte Integration“ einstehe. „Sie ist ein Multitalent“, sagte der Sozialdemokrat und hob auf ihr vielfältiges, gesellschaftliches Engagement ab, um das sie sich um das Gemeinwohl verdient mache. Die gebürtige Kamerunerin sei nicht nur studierte Informatikerin und Unternehmerin, sondern ebenso mit der Zeitschrift, die den gleichen Namen trägt, wie ihr Verein, als Publizistin tätig. Das Magazin Africa Positive sei „lesenswert, höchst professionell gemacht und spannend geschrieben“, lobte Schneider.

AH6Q0813Blick in den Festsaal (Foto: Pal Delia)

Wenn die Medien heute über Afrika berichten, dann komme der Kontinent sehr häufig als etwas Exotisches daher. Die tatsächlichen Ursachen für die Probleme der afrikanischen Staaten geraten dabei viel zu kurz, meinte der einstige DGB-Landesvorsitzende. Die mangelnde Beschäftigung mit dem Kontinent werde sich aber noch rächen. Denn die Folgen der Entwicklungen seien in Europa aber auch jetzt schon deutlich zu spüren. Ein erheblicher Teil der Flüchtlinge stamme nicht nur aus Syrien oder dem Irak, sondern vor allem auch aus Afrika. Die Redeweise von Wirtschaftsflüchtlingen sei für ihn unverständlich, mit dem Begriff seien doch eigentlich diejenigen gemeint, die der Steuer in Deutschland entgehen wollen. Es handele sich doch oftmals um Armutsflüchtlinge, die Afrika verlassen. Seine Rede nahm Schneider zum Anlass, die finanziell unzureichende Entwicklungshilfe zu kritisieren. Zudem würden EU-Entscheidungen die Situation in Afrika noch verschlimmern, wenn Schlachtabfälle aus Europa dorthin transportiert würden und dazu führen, dass die für die Kleinbauern überlebenswichtigen regionalen Fleischmärkte zusammenbrechen.

Dortmunds Bürgermeisterin Birgit Jörder hob in ihrem Grußwort hervor, dass das Magazin Africa Positive sich mit seiner Berichterstattung von den Stereotypen zu Afrika wie Krieg, Hunger, Krankheiten wohltuend abhebe. Das Magazin, aber auch das Engagement des Vereins für den Unterricht von Migrantenkindern seien dem Einsatz von Veye Tatah zu verdanken, die nicht nur die Idee, sondern auch die Ausdauer gehabt habe, einen solchen Verein aufzubauen und zu organisieren.

Reinoldius Preis Dortmund 2015 Foto Pal Delia (7)Preisträgerin Veye Tatah und der Vorsitzende des Pressevereins Ruhr, Kay Bandermann. (Foto: Pal Delia)

Der Vorsitzende des Pressevereins Ruhr, Kay Bandermann, hob hervor, dass in diesem Jahr zum 50. Mal der Eiserne Reinoldus verliehen werde. Erstmals erhielt ihn 1965 der damalige NRW-Ministerpräsident Franz Meyers. Mit Veye Tatah werde erstmals eine Persönlichkeit ausgezeichnet, die von einem anderen als dem europäischen Kontinent stamme. Und schließlich gewinne die Preisverleihung durch die große Zahl an Flüchtlingen auch noch an Aktualität in einer Form, die bei der Entscheidung bei der Jahreshauptversammlung im März noch nicht absehbar gewesen sei.

Kay Bandermann ging zudem in seiner Rede auf die Übergriffe von Neonazis auf Journalisten ein. Sie bedrohen sie nicht nur durch Mails und Briefe. Die Rechtsradikalen bedrängten die Kollegen selbst im privaten Bereich. So wurde der RN-Redakteur Peter Bandermann beim Einkauf zu einem Interview gezwungen und die Aufnahmen ins Netz gestellt. Dass die Staatsanwaltschaft trotzdem keinen Anlass sieht, weiter zu ermitteln, sondern das Verfahren mit der Begründung einstelle, die Nachstellungen der neuen Nazis haben noch keine schwerwiegenden Folgen für die Lebensführung von Peter Bandermann, bezeichnete der Vorsitzende als „Skandal“. Erst, wenn der RN-Redakteur wegziehen oder seinen Arbeitsplatz wechseln würde, hätte die Staatsanwaltschaft einen Anlass zum Handeln gesehen. Die Oberstaatsanwaltschaft in Hamm sei derzeit damit befasst, die Entscheidung der Dortmunder Justizbehörde zu prüfen.

Peter Bandermann war am Montag in Berlin mit der „Goldenen Victoria für Pressefreiheit“ ausgezeichnet worden, ein Preis des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger. „Gratulation und Respekt für diese Haltung“, so der Vorsitzende.

Reinoldius Preis Dortmund 2015 Foto Pal Delia (8)Mitglieder des Vereins Africa Positive und des Pressevereins Ruhr (Foto: Pal Delia)

Veye Tatah bedankte sich in ihrer Rede für die Auszeichnung, hob aber auch hervor, dass damit nicht nur sie, sondern auch das Team von Africa Positive geehrt werde, ohne das die Arbeit überhaupt nicht zu leisten wäre. Der oberflächlichen Berichterstattung, die auch bei vielen Medien in Afrika zu beobachten sei, wolle man mit dem Magazin etwas entgegensetzen. Da warte auch weiterhin noch viel Arbeit auf den Verein.

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Die Kunst der Erleuchtung

Presseverein Ruhr besucht Lichtkunstmuseum in Unna

Die Mitglieder des Pressevereins Ruhr haben sich bei ihrem jüngsten Besuch „Vor Ort“ mit dem „Gewicht des Lichtes“ beschäftigt. Das ist der Titel eines Kunstwerkes, das derzeit im Zentrum für Internationale Lichtkunst zu sehen ist. Die Journalisten aus Dortmund und dem Kreis Unna besuchten das Museum, dessen Ruf bis weit über die Grenzen der Region und bis ins nähere und fernere Ausland wirkt.

Das „Gewicht des Lichtes“ ist nicht irgendein Lichtkunstwerk. Der Deutsche Martin Hesselmeier und der der Österreicher Andreas Muxel haben damit den „International Light Art Award“ gewonnen, den das Lichtkunstzentrum zum ersten Mal ausgeschrieben und im Februar dieses Jahres unter großem medialen Interesse in Berlin verliehen hat. Der Direktor des Lichtkunstzentrums, John Jaspers, erklärte während der Führung die Bedeutung des Preises. Und er erläuterte den Journalisten das Sieger-Werk und die anderen Preisträger, deren Arbeiten ebenfalls in dem Unnaer Lichtkunst-Museum zu sehen sind.

Das befindet sich seit dem Jahr 2001 im Gebäude der ehemaligen Lindenbrauerei – und zwar im Keller, was der Lichtkunst optimale Ausstellungsbedingungen garantiert. Die Besucher lernten bei dieser Gelegenheit die beeindruckende Sammlung des Lichtkunstzentrums kennen. Zwölf renommierte Künstler haben dort Werke gestaltet, die sie eigens für den Gewölbekeller entworfen haben. Dazu zählen so bedeutende Künstler wie Mario Merz, Rebecca Horn, Olafur Elliason und Christian Boltanski. Zu den Höhepunkten zählen aber vor allem die beiden Werke von James Turrell, der als einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler gilt – seine Installationen beeindruckten die Pressevereinsmitglieder besonders.

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Presseverein Ruhr ehrt Jubilare

JHV  Ehrung

Auf der Jahreshauptversammlung ehrte der Landesvorsitzende Frank Stach und der Ortsvorsitzende Kay Bandermann langjährige Mitglieder: Oliver Vollmerich, Klaus Yongden Tillmann und Gerald Baars.

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Reinoldus geht in diesem Jahr an Dortmunder Afrikaverein

Der Verein „Africa Positive“ und seine Gründerin Veye Tatah erhalten in diesem Jahr den Ehrenpreis „Eiserner Reinoldus“. Der Presseverein Ruhr würdigt damit ihr Engagement für Integration und Völkerverständigung. „Africa Positive“ vermittele ein Bild dieses Kontinents, das sich bewusst abhebe von den Stereotypen „Hunger, Krankheit, Krieg“‚ erklärt die Journalistenvereinigung zur Begründung. „Gerade in einer Zeit, in der die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen unsere Stadt bewegt, sind die außergewöhnlichen Aktivitäten von Frau Tatah und ihrem Verein gar nicht hoch genug einzuschätzen“, so Kay Bandermann, Vorsitzender der Journalisten-Gewerkschaft.
1998 gründete die aus Kamerun stammende Informatikerin „Africa Positive“. Sie gibt eine vierteljährliche Zeitschrift unter diesem Namen heraus. Die jüngste Ausgabe ist ganz speziell dem Thema Migration und den Ursachen für die Flucht Tausender Menschen aus Afrika gewidmet. Darüber hinaus organisiert der Verein an mehreren Tagen in der Woche Nachhilfe für Kinder afrikanischer Eltern. Ferner hat sich ein Frauennetzwerk etabliert, das sich in den Vereinsräumen im Fritz-Henssler-Haus trifft. Schließlich organisiert „Africa Positive“ in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal das Afro-Ruhr-Festival. Neben Live-Musik, Basar und Kulinarischem stehen Ende Mai Filmvorführungen und Literaturlesungen auf dem Programm.
Der „Eiserne Reinoldus“ wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Der damalige NRW-Ministerpräsident Franz Meyers war 1965 der erste Preisträger. Zuletzt waren Konzerthaus-Intendant Benedikt Stampa, BVB-Präsident Reinhard Rauball und Keuninghaus-Leiterin Helga Kranz mit dem Preis ausgezeichnet worden. Er ist nach dem Dortmunder Stadtpatron benannt. Die Preisverleihung findet im Herbst statt.Redaktionsteam-Africa-Positive

Veye Tatah mit einigen Mitarbeitern des Redaktionsteams von Africa Positive.

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Dortmunder Polizeipräsident Lange zu Gast beim Presseverein

JHV  Lange 01

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Presseverein zu Gast bei der privaten Medienakademie WAM – Studium mit enger Verzahnung von Theorie und Praxis

Dortmund. Studieren in kleinen Gruppen, individuelle Lernatmosphäre und eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis prägen die Medienakademie WAM, sagt Direktorin Inez Koestel. Sie nahm sich einen Abend Zeit, um Mitgliedern des Pressevereins die private Einrichtung an der Bornstraße vorzustellen.  250 Studierende werden hier für die „Medien- und Kreativwirtschaft ausgebildet“, erläuterte die Leiterin. Die jungen Leute haben die Wahl zwischen sechs verschiedenen Disziplinen, in denen sie ein sog. WAM-Diplom erwerben können. Den Bachelor ist nicht möglich, weil der Akademie die dafür notwendige Anerkennung fehlt. Wohl aber ein Master-Abschluss, für den aber  ein Auslandsaufenthalt erforderlich wird. Die Studierenden wechseln zu Hochschulen in Großbritannien und Irland, die mit der Dortmunder Akademie zusammenarbeiten. Diejenigen, die sich zu diesem Schritt entschließen, stellen sich vor allem auch sprachlichen Herausforderungen, betonte die Direktorin. 100 Absolventen haben in den vergangenen zehn Jahren den Master geschafft.

Monatliche Studiengebühren

Da es sich um eine private Schule handelt, ergab sich während des Besuchs sehr schnell die Frage, welche Kosten die Studierenden zu tragen haben. 550 Euro pro Monat müssen die jungen Frauen und Männer aufbringen, die drei Jahre lang die Medienakademie besuchen. Wer die Fachrichtung Film- und Fernsehproduktion/Regie studiert, zahlt noch etwas mehr, nämlich 580 Euro im Monat. Einige Teilnehmer finanzieren das Studium mit Hilfe eines Bildungskredites, den die Sparkassen anbieten, berichtete Koestel. Manche junge Leute bekommen Bafög und können damit einen Teil der Kosten abdecken. Oftmals sind es auch die Eltern, die zahlen. Es sei aber nicht zu verkennen, dass zahlreiche Studierende nebenher jobben, ergänzte die Direktorin. Gerade von denjenigen, die Job und Studium miteinander vereinbaren müssen, stamme der Satz, dass sie „gelernt haben, sich gut zu organisieren.“

Breit gefächerter Themenkanon

„Allrounder-Denken“ gehört ohnehin zu den Fähigkeiten, die Teilnehmer entweder mitbringen oder aber sehr schnell lernen sollten. Denn in allen Fachbereichen steht ein breit gefächerter Kanon an Inhalten auf den Semesterplänen. Dabei sind nicht nur fachspezifische Themen angesagt, sondern auch angrenzende Wissensgebiete. Beispiel Kommunikations- und Mediendesign. Neben Bereichen wie Werbetheorie und Design befassen sich die Studierenden auch mit BWL, Rechtskunde und Wirtschaftspolitik. Die enge Anbindung an die Praxis und möglichst realitätsgerechte Gegebenheiten verdeutlichte die Direktorin unter anderem am Beispiel des Fachbereichs TV- und Radiojournalismus/Moderation. Die Teilnahme an einer Lehrredaktion gehört zu den Pflichtaufgaben. Wer Kultur- und Eventmanagement studiert, bereitet ein Kurzfilmfestival im Dortmunder Schauspielhaus vor, „mit allem, was dazugehört“, sagte die Akademiechefin. Von der Akquise über die Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu den organisatorischen Feinheiten reichen die vielfältigen Aufgaben.  Die Studierenden wickeln ein solches Projekt weitestgehend selbstständig ab, Dozenten stehen ihnen natürlich zur Seite. Zum festangestellten Team der Akademie gehören zehn Mitarbeiter, darüber hinaus sind aber auch noch rund 90 freie Referenten im Einsatz.

Notenvergabe und der Ruf der Akademie

Einige Schulungsräume an der Bornstraße erinnern an Hörsäle (in Kleinformat). Zur Ausstattung gehören zudem mehrere digitale Studios. Das Filmstudio ist allerdings ausgelagert, befindet sich aber in unmittelbarer Nähe. Um einen Platz in der Akademie zu bekommen, benötigt man das Abitur, erklärte die Direktorin. Für eine Bewerbung sind Arbeitsproben je nach Fachrichtung erforderlich. „Unsere Absolventen bekommen Stellen bei namhaften PR-Agenturen oder im Bereich des Films, gehen aber ebenso zu  privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern“. Inwieweit es einer solchen Privatakademie überhaupt möglich ist, bei Prüfungen schlechte Noten zu vergeben, wollten die Gäste des Pressevereins wissen. Die Direktorin räumte ein, dass es sich durchaus um eine heikle Frage handele, aber die Noten seien schon reell, schließlich müsse man auch an den Ruf der Schule denken, deren Ursprung schon über 50 Jahre zurückliege. Sie ging hervor aus einer Werbeagentur.

Medienethischer Diskurs

In der heutigen Medienlandschaft sei sehr deutlich zu beobachten, dass der klassische Journalismus zurückgehe, sagte Koestel. Gleichzeitig nutzen und gestalten junge User aber auch die neuen Formate wie Blogs oder Videoportale. Und das nach Worten der Direktorin durchaus mit einer gewissen Kühnheit und Frechheit und zugleich „herzerfrischend“. Wodurch sich schließlich guter Journalismus auszeichne, sei es wert, unter medienethischen Gesichtspunkten diskutiert zu werden. www.wam.de

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WAM-Direktorin Inez Koestel (l.) stellte den Gästen des Pressevereins Ruhr die Medienakademie an der Bornstraße vor.

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Kurt Koszyk ist tot

Der Presseverein Ruhr trauert um dem Reinoldus-Preisträger und „Vater“ des Journalistik-Studiengangs, Professor Dr. Kurt Koszyk. Er starb im Alter von 85 Jahren an Neujahr in der Wahlheimat seines Lebensabends – München.

Kurt Koszyk war Journalist, Institutsleiter, Forscher und Lehrer. Ungezählte Journalistik-Absolventen haben einen Ausbilder verloren, dessen väterliche Art und feinsinniger Humor unvergessen bleibt. Schludrigkeit im Umgang mit der deutschen Sprache verabscheute er genauso wie Vergesslichkeit im Umgang mit der deutschen Geschichte.

Seine Verdienste um den Aufbau des Dortmunder Modell-Studiengangs – dem heutigen TU-Institut für Journalistik – sind hervorzuheben; ebenso seine pressehistorischen Standardwerke. Koszyk arbeitete wie kein anderer das Versagen der Medien in der Weimarer Zeit auf.

Auch für den Presseverein Ruhr hat Kurt Koszyk eine einzigartige Stellung. Er ist in 50 Jahren der einzige Journalist gewesen, der mit dem Ehrenpreis des Vereins – Eiserner Reinoldus – ausgezeichnet wurde. Seine herausragende Lebensleistung gab dafür 1989 den Ausschlag.

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Rechter Psychoterror gegen Dortmunder Journalisten

Seit längerem wettert die rechte Szene in Dortmund gegen die Medienberichterstattung über ihr Treiben. Jetzt haben sie die einschlägigen Foren verlassen und sind zu persönlichen Attacken übergegangen. Dabei schrecken sie vor den Mitteln privaten Psychoterrors nicht zurück.
Ein Redakteurs-Kollege der Ruhr-Nachrichten geriet ins Visier der Dortmunder Neonazis. Seit Jahren berichtet er über deren Treiben in Wort und Bild. In seinen Kommentaren nimmt er schonungslos Stellung und zeigt „Klare Kante“ gegen Rechts. Damit ist er offenbar zur „Hass-Figur“ der Nazis geworden. Sie wollten direkt vor seinem Privathaus am 4. Advent demonstrieren. Es ging ihnen darum, durch das Eindringen in die Privatsphäre Druck auf den Kollegen und seine Familie auszuüben. Zurecht hat der Dortmunder Polizeipräsident dieses Vorgehen mit SA-Methoden verglichen und folgerichtig verboten.

Nie zuvor in den vergangenen Jahrzehnten ist in Dortmund so dreist und massiv versucht worden, einen Journalisten einzuschüchtern. Das dürfen wir uns als Berufsstand nicht gefallen lassen. Wir haben im DJV – auf Orts- und auf Landesebene – im Vorfeld darüber diskutiert, ob und wie wir darauf in der Öffentlichkeit reagieren sollen. Ob auch wir ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit dem Kollegen, aber auch für das Selbstbewusstsein der Dortmunder Medien setzen sollten. Wir haben es nicht getan, weil der betroffene Kollege uns darum gebeten hatte. Er war der Meinung, dass ein bewusstes Ignorieren des braunen Dortmunder Dumpfsinns die beste Methode sei. Dieser Einschätzung sind wir gefolgt. Zumindest in diesem Fall und zumindest bis jetzt.

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Meinhard Schwarz verstarb mit 85 Jahren

Der Presseverein Ruhr Dortmund trauert um Meinhard Schwarz. Der langjährige Kommunikationsdirektor des Regionalversorgers VEW starb am 10. Juli im Alter von 85 Jahren.
Schwarz war über 30 Jahre Mitglied im DJV und dem Presseverein stets verbunden. In den 90er Jahren achtete er als verlässlicher Kassenprüfer auf die ordnungsgemäße und sparsame Verwendung der Mitgliedsbeiträge durch den jeweiligen Vorstand.
Schwarz wurde 1928 in Tallin geboren. Anfang der 50er Jahre volontierte er beim „Waldecker Kurier“. 1957 trat er in die Dienste von VEW. Dort war er zum Schluß Direktor für den Bereich Kommunikation und Volkswirtschaft.
Der Presseverein Ruhr trauert mit seiner Familie und wird Meinhard Schwarz ein ehrendes Andenken bewahren.

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Presseverein zu Gast in der Marina von Bergkamen-Rünthe

Über die Hochs und Tiefs des Strukturwandels im Raum Bergkamen berichtete Bürgermeister Roland Schäfer unserer Besuchergruppe. Zum Abschluss besichtigten einige Kollegen die Marina Foto: Anja Cord

Über die Hochs und Tiefs des Strukturwandels im Raum Bergkamen berichtete Bürgermeister Roland Schäfer unserer Besuchergruppe. Zum Abschluss besichtigten einige Kollegen die Marina Foto: Anja Cord

Die Stadt Bergkamen gehört sicherlich zu den Kommunen im Ruhrgebiet, die durch den Rückzug des Bergbaus besonders hart betroffen waren. In der Stadt lebten einst 10000 Bergarbeiter, heute kümmern sich gerade mal noch 20 Beschäftigte um die Wasserhaltung der stillgelegten Zechen. Dass das Element Wasser bei dem Strukturwandel eine große Rolle gespielt hat und nach wie vor von großer Bedeutung ist, erläuterte Bürgermeister Roland Schäfer, als rund 20 Journalisten des Pressevereins Ruhr in der Marina Rünthe zu Gast waren. Einst lag dort ein Kohleumschlaghafen. Doch diese Zeiten sind längst Geschichte. Heute ist der Yachthafen das größte Sportbootzentrum von Nordrhein-Westfalen. Rund 300 Boote liegen vor Anker. Das jährliche Hafenfest hat sich längst zu einem Publikumsmagnet entwickelt. Im Umfeld der Marina sind rund 800 Arbeitsplätze entstanden und das in ganz unterschiedlichen Branchen.

In geringer Entfernung von Marina Rünthe entsteht derzeit die Wasserstadt Aden. Von der Schachtanlage Haus Aden ist nicht mehr als die Erinnerung an die Zeche geblieben, von der aus die Nordwanderung des Bergbaus begann, aber schon nach kurzer Zeit endete. Mit der Wasserstadt soll die Wirtschaft weiter an Fahrt gewinnen und Platz für neue, attraktive Wohngebiete schaffen. Mit zusätzlichem Antrieb für die örtliche Wirtschaft rechnet Schäfer durch den neuen Logistikpark an der A2, in dem sich unter anderem die Herbert Heldt KG ansiedelt.

Als touristischer Anziehungspunkt hat sich das ehemalige Römerlager in Bergkamen-Oderaden entwickelt, das gern auch von Schulklassen besucht wird, die das Alltagsleben der Römer kennen lernen wollen.

Vor den Medienvertretern bedauerte Schäfer mit deutlichen Worten die Schließung der WR-Redaktionen, die die Zeitungsvielfalt in Bergkamen beeinträchtigt habe, sagte der Vizepräsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. (Text: Theo Körner)

 

 

 

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Presseverein setzt Zeichen beim Essener Gewerkschaftstag

Der Presseverein Ruhr konnte dem diesjährigen Gewerkschaftstag des DJV-NRW in Essen (17.5.) seinen Stempel aufdrücken – durch Anträge, in Diskussionsbeiträgen und bei den Wahlen.

Unsere Anregung zur bedrohlichen Honorierungssituation Freier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim WDR fand Eingang in die Debatte in Form eines Dringlichkeits-Antrags. Unser Kollege Thomas Schwarz hatte sich schon im Vorfeld um eine Formulierung unseres Ansinnens gekümmert. In Essen sorgte er dann mit anderen DJV-Kollegen für den nötigen „Feinschliff“ und trug den Antrag im Plenum vor – wo er ohne Gegenstimmen und mit Applaus(!) angenommen wurde.
Auch sonst endeten die Gremienwahlen sehr erfolgreich für den Presseverein.
Folgende Kollegen wurden in Fachausschüsse für die kommenden zwei Jahre gewählt:
Anja Cord (Freie), Lothar Hausmann (Zeitschriften), Ute Korinth (online), Helene Pawlitzki (3J), E.-Friedbert Raulf (Freie, Zeitschriften), Thomas Schwarz (Freie, Rundfunk) und Christina von Wrede-Raback (Zeitschriften)

Als Delegierte zum Gewerkschaftstag im November in Weimar wurden Anja Cord, Helene Pawlitzki, Katrin Kroemer, Jan Kröger, Jens Krömer sowie Lothar Hausmann gewählt.

Und noch eine erfreuliche Nachricht: unser Vorstandsmitglied Helene Pawlitzki wird die neue Hochschulbeauftragte des DJV-Landesverbandes. Ihre Aufgabe ist es, stabile Kontakte zu den wissenschaftlichen Ausbildungseinrichtungen für Journalisten in NRW aufzubauen und zu halten

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Ehrungen – Jahreshauptversammlung 2014…

Erneut gewählte 1.Vorsitzende Kay Bandermann (links) und DJV Landesvorsitzende Frank Stach (rechts) ehren Anja Cord und Ronald Feisel, die dem DJV seit 25 Jahre angehören.  Foto: Pal Delia

Erneut gewählte 1.Vorsitzende Kay Bandermann (links) und DJV Landesvorsitzende Frank Stach (rechts) ehren Anja Cord und Ronald Feisel, die dem DJV seit 25 Jahre angehören.
Foto: Pal Delia

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Presseverein wählt neuen Vorstand

Der Presseverein Ruhr Dortmund/Unna hat seinen neuen Vorstand. Bei der Jahreshauptversammlung der Journalisten-Organisation wurde der Wirtschaftsjournalist Kay Bandermann erneut zum 1. Vorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreterinnen bleiben die Fotografin Anja Cord und Petra Schrader vom Presseamt der Stadt Dortmund. Als Beisitzer sind Helene Pawlitzki, Jan Kröger und Thomas Schwarz neu im Vorstand.
Ein Schwerpunkt der Arbeit im kommenden Jahr werden die laufenden Tarifverhandlungen für Tageszeitungs-Redakteure sein. Außerdem will sich der Presseverein um die negativen Auswirkungen kümmern, die besonders freien Mitarbeitern durch die einschneidenden Sparmaßnahmen beim WDR drohen.
Die Mitgliederversammlung beschloß ferner, die Auszeichnung „Eiserner Reinoldus“ künftig nur noch alle zwei Jahre zu vergeben. Der Preis ging im vergangenen Jahr an Konzerthaus-Intendant Benedikt Stampa.
Der Presseverein Ruhr vertritt die Interessen von rund 470 Journalistinnen und Journalisten im Raum Dortmund.

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Veranstaltung „Dröge Zeiten: 1 Jahr Westfälische Medien-Einfalt“

Der 31. Januar 2013 war für die Dortmunder Medienlandschaft ein – im negativen  Sinne – „historischer“ Termin. An diesem Tag arbeiteten die Kollegen der „Westfälischen Rundschau“  an der letzten redaktionell eigenständigen Ausgabe dieser Traditionszeitung. Seit dem 1. Februar ist die WR eine „Zeitung ohne Redaktion“. Ein Jahr danach wollen wir in einer Veranstaltung die Auswirkungen analysieren und diskutieren.

Die Medienlandschaft ist verödet. Meinungsvielfalt gibt es nicht mehr. Für die Leserinnen und Leser haben „dröge Zeiten“ begonnen.Was hat sich in diesem einen Jahr getan? Welche Folgen hatte die Rundschau-Schließung gesellschaftlich und politisch? Welche Themen fielen unter den Tisch?

Das wollen wir mit Praktikern und Meinungsbildnern der Region diskutieren. U.a. mit DGB-Chefin Jutta Reiter, Helmut Klasen (Kreishandwerkerschaft), Dr. Tobias Scholz vom Mieterverein und Fred Ape für die freie Kulturszene.

WR-Kollegen berichten über ihre neuen journalistischen Projekte. Und Prof. Horst Röper ordnet die mediale Zeitenwende für unsere Region aus Sicht der Medienforschung ein.
Durch den Abend führen die stellv. Landesvorsitzende, Sascha Fobbe, und der frühere Vorsitzende des Pressevereins, Jürgen Hoppe. Diskutieren Sie mit!

Veranstaltungsdaten:

31. Januar 2014, 19.30 Uhr im Studio B der Stadt- und Landesbibliothek – Max-von-der-Grün-Platz 1-3, 44137 Dortmund

 

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Reinoldus-Rhino kämpft für das Kinder-MRT

Der Presseverein Ruhr unterstützt die Fundraising-Aktion zur Finanzierung eines Kinder-MRT im Westfälischen Kinderzentrum in Dortmund. In einem ersten Schritt hat die Journalisten-Vereinigung den Projektverantwortlichen im Klinikum Dortmund (am 9.12.13) eine Spende von 700 Euro übergeben. Das ist der Erlös aus dem Verkauf von speziellen Nashörnern beim vergangenen „Eisernen Reinoldus“, der an Konzerthaus-Intendant Benedikt Stampa verliehen wurde. Spendenübergabe 01

Im September hatte eine Gruppe von Journalisten das Klinikum auf Einladung von Fundraising-Leiterin Dr. Martina Klein besucht und zeigte sich beeindruckt von diesem wichtigen und nützlichen Projekt. Weil auch Konzerthaus-Chef Stampa die Idee unterstützt und zudem das „geflügelte Nashorn“ das Wappentier des Hauses ist, wurde bei der Verleihung am 2. November den Gästen das „Reinoldus-Rhino“ zum Verkauf angeboten.

Zum Hintergrund: seit 50 Jahren wird der „Eiserne Reinoldus“ durch den Presseverein Ruhr an verdiente Persönlichkeiten der Region vergeben. 2007 erhielt zum ersten (und einzigen) Mal nicht eine lebende Person, sondern eine „Idee“ die Auszeichung: das „Geflügelte Nashorn“. Mit Unterstützung der Werbemittel-Produzentin Karin Dicke wurde ein besonderes Nashorn gestaltet und in limitierter Zahl von 100 Stück gefertigt. Diese Exemplare wurden am Reinoldus-Abend im November an die Gäste verkauft zum Preis von 99 Euro. 50 Euro pro Nashorn gehen dabei an das „Kinder-MRT“.

Unterstützen Sie die Idee der sanften, angstfreien Behandlung von Kindern durch dieses spezielle MRT!

Der Presseverein Ruhr wird diese Aktion fortsetzen. Noch immer sind einige Dutzend numerierter „Reinoldus-Rhinos“ zu haben und stehen für jeden Interessenten zum Verkauf. Bestellungen per email an:               bandermann@djv-ruhr.de.

 

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Eiserner Reinoldus 2013 Preisträger Benedikt Stampa (Konzerthaus-Intendant) – Fotos: Pal Delia

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Presseverein verleiht Eisernen Reinoldus an Benedikt Stampa

 

Die Verteidigung der Hochkultur. So könnte man den Samstagabend im Dortmunder Rathaus überschreiben, an dem der Presseverein Ruhr seinen Preis, den „Eisernen Reinoldus“, an den Intendanten des Dortmunder Konzerthauses, Benedikt Stampa, verlieh.

Benedikt Stampa (2.v.re.)nimmt den "Eiseren Reinoldus" , überreicht durch die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Petra Shrader und Anja Cord entgegen. Laudator Götz Alsmann  und Bürgermeisterin Birgit Jörder gehörten zu den ersten Gratulanten. Foto: Pal Delia

Benedikt Stampa (2.v.re.) nahm den „Eisernen Reinoldus“, überreicht durch die stellvertretenden Vorsitzenden Petra Schrader und Anja Cord entgegen. Laudator Götz Alsmann und Bürgermeisterin Birgit Jörder gehörten zu den ersten Gratulanten. Foto: Pal Delia

 

 

Denn Stampa zählt zu jenen Kulturschaffenden, die den zuletzt eher in Verruf geratenen Begriff der „Hochkultur“ pflegen und ihn mit positiven Inhalt füllen. Dabei hat sich das Konzerthaus auf die Fahne geschrieben, „Musik für alle“ zu veranstalten. Dies ist einer der Gründe, warum die Journalisten aus Dortmund und dem Kreis Unna Stampa den Preis zuerkannten. Das bedeutet aber nicht, erläuterte Stampa in seiner Preisträgerrede, dass das Konzerthaus alle Ansprüche an sein Programm und sein Publikum aufgeben wolle: „Ein paar Schwellen darf die Hochkultur schon noch haben“, sagte er. Wer die Besucherzahlen des Konzerthauses kennt, der weiß, dass dies die Menschen nicht davon abhält, die Musik in Stampas Haus zu erleben: „Quote und Qualität schließen sich nicht aus“, sagte der Intendant, der sich nicht als alleinigen Preisträger sah, sondern die Auszeichnung stellvertretend für das gesamte Konzerthaus-Team annahm.

Dass Stampa nicht dazu neigt, einen elitären Kultur- und Musikbegriff zu pflegen, war der Laudatio von Götz Alsmann zu entnehmen. Und der Musiker und Entertainer weiß, wovon er spricht, zählt er doch zu den Stammgäste auf der Konzerthaus-Bühne. Er lobte Stampa dann auch unter anderem dafür, dass Konzerthaus für Musikarten wie Jazz und Pop geöffnet zu haben.

Zu Beginn begisterte Götz Alsmann die Gäste mit einer Darbietung am  Flügel. Foto: Anja Cord

Zu Beginn begeisterte Götz Alsmann die Gäste mit einer Darbietung am Flügel. Foto: Anja Cord

 

Alsmanns ebenso unterhaltsame wie niveauvolle Laudatio passte bestens zu einer rundum gelungenen Reinoldus-Verleihung, zu der etwa 250 Gäste kamen. Doch obwohl die sich in Feierlaune befanden, blickte die stellvertretende Vorsitzende des Pressevereins, Petra Schrader, auch auf die journalistisch dunklen Seiten des zu Ende gehenden Jahres zurück. Das hatte damit begonnen, dass der WAZ-Konzern (heute: Funke Mediengruppe) die Redaktionen der traditionsreichen Dortmunder ,Westfälischen Rundschau‘ schloss und fast 200 Journalistinnen und Journalisten entließ.

Johannes Brüne

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Presseverein Ruhr trauert um Christina Füssmann

Der Presseverein Ruhr trauert um Christina Füssmann. Die langjährige Gerichtsberichterstatterin der Westfälischen Rundschau starb nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren. Sie war seit 1980 Mitglied im DJV, gehörte lange Zeit dem Vorstand des Pressevereins an und war zudem über mehrere Jahre hinweg Vorsitzende des Ehrengerichts des DJV- Landesverbandes in NRW. Gewerkschaftstage und Bundesverbandstage hatten feste Plätze in ihrem Terminkalender.

Die Nachricht vom Tode von Christina Füssmann hat uns alle erschüttert. Sie war eine aufrechte, mutige und couragierte Journalistin. Ihr Wirken war stets durch  Feingefühl geprägt. Ihr kam es mit ihren Justizberichten nicht nur darauf an, den Prozess als solchen darzustellen, sondern Zusammenhänge aufzuzeigen. In ihrer alltäglichen Arbeit hatte sie immer wieder mit den Schattenseiten des menschlichen Lebens zu tun, mitunter waren es auch Abgründe. Der Anspruch, dass Gerechtigkeit das entscheidende Maß darstellt, hat ihre Berichterstattung gekennzeichnet. Zugleich hat sie mit Distanz und Kritikfähigkeit Akzente im Journalismus gesetzt.

Im Ruhestand war für sie die Zeit gekommen, ihrem schriftstellerischen Faible nachzugehen. 2009 erschien der Roman „Ein Herz so rein“. Die Hauptdarstellerin ist eine Gerichtsreporterin, die auch die Rolle von Ermittlern übernimmt. Im vergangenen Jahr kam „Almas Baby“ und kürzlich „Mörderspur“ auf den Markt.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, 29. Oktober, um 9 Uhr in der kath. Pfarrkirche Herz-Jesu in Castrop-Rauxel, Schulstraße, statt.

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„Tue Gutes und rede darüber“: Presseverein Ruhr zu Gast bei Fundraiserin Martina Klein

Mit der Spendendose durch die Stadt ziehen, um Geld einzusammeln: Nein, die Arbeit von Dr. Martina Klein, zuständig für Fundraising in den Städtischen Kliniken, wäre wohl unzutreffend beschrieben. Aber was zeichnet die Tätigkeit der 53-Jährigen aus? Der Presseverein Ruhr wollte es genau wissen und traf sich mit der promovierten Soziologin. Sehr schnell stellte sich in dem Gespräch heraus, welche zentrale Rolle für Fundraising der enge Kontakt zu den Medien spielt. Um Menschen für ein Thema zu sensibilisieren, Spendenaktionen anzukündigen oder auf Benefizveranstaltungen hinzuweisen sind Zeitungen, Rundfunk und Internet unverzichtbar. Sie habe sich ein weitreichendes Netzwerkwerk aufgebaut, erläuterte Dr. Martina Klein, in dem sie den Medien große Bedeutung zumesse. Sehr anschaulich erzählte die frühere Geschäftsführerin der Medizinischen Fakultät am Universitätsklinikum Münster, was ihren Arbeitsalltag ausmacht. Ihre Aufgabe ist klar umrissen: Für den Erwerb des geplanten KinderMRT sollen 1,4 Millionen Euro in die Kasse kommen. Aus eigenen Mitteln kann die Klinik den Kauf nicht stemmen, doch die Anschaffung hat hohe Priorität, da es die Untersuchung von Kindern erheblich vereinfacht. Der Aufenthalt in einem MRT ist mit enormer Geräuschbelästigung verbunden, die viele Mädchen und Jungen nicht aushalten. Um sie aber dann doch untersuchen zu können, werden die Kinder sediert, was mit höherem Aufwand und gewissen Risiken verbunden ist. „Die Dortmunder Klinik wäre die erste in Deutschland, die ein solches Gerät hätte“, weiß die Fundraiserin und hofft darauf, dass das Krankenhaus den Rang eines Referenzzentrums erhält.

Mit unterschiedlichen Projekten hat Dr. Martina Klein bereits auf das Anliegen aufmerksam gemacht und bereits einiges an Geld eingesammelt. Waffelbacken im Foyer der Klinik, Versteigerung einer Designerkette oder von BVB-Strandkörben gehörten dazu. Wertvolle Erfahrungen hat die in Münster wohnende Fundraiserin in Datteln gewonnen, als die Finanzierung des ersten Kinderpalliativzentrums in Deutschland auf sichere Beine gestellt werden sollte. Drei Millionen Euro sollte ihr Engagement einbringen, so lautete die Vereinbarung. Am Ende stand eine faustdicke Überraschung. Ihr gelang es, mehr als Doppelte einzuholen. 6,1 Millionen Euro flossen auf das Spendenkonto. Allein 100000 Euro stammten von einem Mann, der sie nachhaltig beeindruckte. Er tauchte eines Tages in ihrem Büro auf und wollte sehr genau wissen, was eigentlich ein Kinderpalliativzentrum sei. Er habe darüber in der Zeitung gelesen. Im Übrigen zeigt sich daran die Relevanz der Medien. Wenig später gab er am Eingang der Klinik einen Briefumschlag ab mit besagter sechsstelliger Summe. In der Öffentlichkeit, so hatte er durchblicken lassen, wollte er nicht genannt werden. Sicherlich wäre es eine spannende Geschichte für die Medien gewesen, doch da waren Dr. Martina Klein die Hände gebunden. Sie treffe, erzählte sie, auf ganz unterschiedliche Charaktere und es bereite ihr eine große Freude, im Umgang mit den Menschen für die gute Sache zu werben. Der Erfolg des Fundraising gehe vor allem auf den Wunsch zahlreicher Spender zurück, Sinn gegen Geld zu tauschen.

Fundraising selbst sei ein wachsender Markt, betonte sie, wenn auch derzeit die Zahl festangestellter Fundraiser an deutschen Kliniken noch unter zehn liegen würde. Dieser Bereich werde für Krankenhäuser immer bedeutsamer. Ihre Arbeit erfordere eine enge Abstimmung mit der Geschäftsführung und habe einen wichtigen (Neben-)Effekt: zu einem positiven Außenbild der Einrichtung beizutragen.

Bevor sich die Gäste des Pressevereins mit Dr. Martina Klein unterhielten, führte Professor Dr. Dominik Schneider, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin sie durch das Neonatologienzentrum im neuen Zopf, zentrales Operations- und Funktionszentrum. Eindrucksvoll beschrieb der Mediziner, welche Anstrengungen die Klinik unternimmt, um Frühchen, die weniger als 1500 Gramm wiegen, zu behandeln. Mit der technischen Ausstattung und der personellen Versorgung werde dafür Sorge getragen, dass den Neugeborenen alle erdenkliche Hilfe zugutekomme. Qualität und Leistung haben sich offenkundig herumgesprochen, führte Schneider aus. Früher kamen in der Klinik rund 100 Frühchen zur Welt, jetzt ist die Zahl schon im September erreicht.
Kontakt: Dr. Martina Klein, martina.klein@klinikumdo.de, Telefon 0231 95321270.

 

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Vor Ort: Journalisten besuchen Klinikum Dortmund

Der Presseverein Ruhr Dortmund/Unna setzt seine Reihe „Vor Ort“ mit einem Besuch im Klinikum Dortmund fort. Am 18. September 2013 um 19 Uhr empfängt Dr. Martina Klein, zuständig für das sog. Fundraising, die Journalisten-Gruppe.
Sie wird über das derzeit zentrale Projekt ihrer Arbeit berichten. Es geht darum, insgesamt eine Million Euro an Spenden zu sammeln für die Anschaffung eines „Kinder-MRT“. Mit diesem Gerät, das es bisher in ganz Europa noch nicht gibt, können Kinder sanfter in der auch bei vielen „Großen“ gefürchteten „Röhre“ untersucht werden.
Treffpunkt ist an der Hauptpforte des Klinikums, Beurhausstraße.

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