„PVR vor Ort“: : Mitglieder blicken vor und hinter die Kulissen von „Radio Ruhrpott“

Von Thomas Schwarz (Text/Bild)

Im Frühjahr 2019 starteten Michael Kloßek und Bernd Böhne, beide mit Wurzeln in Bergkamen und Kamen und damit im Gebiet des PVR, ein Experiment: In Castrop-Rauxel brachten sie das Musical „Radio Ruhrpott“ auf die Bühne. Ohne große Werbung, weil dafür nach Angaben von Manager Kloßek der Etat fehlt, und hauptsächlich durch Mund-zu-Mund-Propaganda und Medienberichte erfreut sich dieses „Ruhrical“ inzwischen einer immer größeren Beliebtheit – und das nicht nur bei Menschen im Ruhrgebiet. Grund und Anlass genug für den PVR, im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „PVR vor Ort“ das Musical und seine Macher zu besuchen.

Am Sonntag, dem 13. Oktober 2019 reiste eine Gruppe interessierter Mitglieder in das Gebiet des Nachbar-Ortsvereins, des „Journalistenkreises Emscher-Lippe“, zu dem Castrop-Rauxel gehört. Zunächst informierte Manager Kloßek die Gruppe im Foyer des Theaters im Eventforum der Stadthalle über die Hintergründe und die Entstehungsgeschichte des Musicals. So sei die Ruhrgebietsstadt im Kreis Recklinghausen als Spielstätte ausgewählt worden, weil Bürgermeister Rajko Kravanja von Anfang an vom Konzept begeistert war und Kloßek und Böhne mit offenen Armen empfangen hat.

„Geplant war und ist, das Musical so oft wie möglich stationär aufzuführen“, erläuterte Kloßek. Natürlich seien Gastspiele anderswo denkbar, aber grundsätzlich werde es mit Castrop-Rauxel verbunden bleiben. Zudem habe sich das Theater im Eventforum der Stadthalle als ideale Spielstätte erwiesen, was nicht zuletzt an der Bühne, ihrer Technik und dem multifunktional nutzbaren Saal liege.

Damit war der Grundstein für den Erfolg von „Radio Ruhrpott“ gelegt, der im Wesentlichen auf drei Säulen basiert: Das Ensemble spielt mit viel Herzblut und Freude und überzeichnet weder Charaktere noch Sprache. Die Handlung, eine Liebesgeschichte zwischen dem jungen Bergmann Ritchie und Petra, der Tochter des Revier-Steigers und damit Ritchies Vorgesetztem, greift den Geist der Ruhrpott-Philosophie auf: Ehrlichkeit, Zusammenhalt und Freundschaft. Hinzu kommt die Musik, die von Interpreten stammt, die ihre Wurzeln im Ruhrgebiet haben wie etwa Herbert Grönemeyer, Jürgen Marcus, Extrabreit, Nena, Ideal, Helge Schneider und Geiersturzflug. Eingerahmt sind die verschiedenen Musikstücke in eine Musiksendung von „Radio Ruhrpott“, die von Sam Maldock, gespielt von Potlako Mokgadi, in Anlehnung an den legendären Discjockey und WDR-Musikmoderator Mal Sondock moderiert wird.

Neben Hits wie „99 Luftballons“, „Bochum“ und „Flieger, grüß mir die Sonne“ wagt sich das Ensemble mittlerweile an selbst komponierte Musikstücke heran. „Wir beginnen jetzt, Cover-Versionen durch eigene Kompositionen auszutauschen“, schilderte Kloßek. Das tut dem Musical gut und unterstreicht seine Bodenständigkeit und Ehrlichkeit. Die drückt sich auch darin aus, dass „Radio Ruhrpott“ zwar in den digitalen Medien vertreten ist. „Aber wir haben hier im Foyer auch ein ganz analoges facebook“, betonte der Manager nicht ohne Stolz und verwies auf eine Pinwand, an der Karten mit Kommentaren von Musical-Besuchern hängen.

Analoge und digitale Technik verbirgt sich ebenso hinter der Bühne, wo die Gruppe des PVR Requisiten, Bühnenbilder, Licht- und Tontechnik bestaunen konnte. „Zum Ensemble gehören im Schnitt 25 Personen pro Aufführung, angefangen bei den Darstellern bis hin zu den Technikern“, erläuterte Kloßek. Von ihrer Professionalität, ihrer Leidenschaft und der Freude an ihrer Arbeit konnte sich die Gruppe beim anschließenden Besuch der Aufführung überzeugen. „Unsere Herausforderung ist es inzwischen, ein Musical mit nationalem Anspruch aufzuführen“, sagte der Manager. Und dem wird das „Ruhrical“ mehr als gerecht. Das belegten auch die stehenden Ovationen des Publikums, darunter sogar Besucher aus Baden-Württemberg und Österreich, am Ende der fast dreistündigen Aufführung.

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Lokaljournalismus hat Zukunft ?!

Für alle am Verlauf der Diskussionsveranstaltung im depot vom 13. Juni Interessierten hier der Link zum Text des Kollegen Werner Hinse auf der NRW Seite des DJV.https://m.djv-nrw.de/meldungen/djv-bundesverband/meldungen-detail/article/lokaljournalismus-auf-neuen-wegen-in-die-zukunft.html


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Bildergalerie Diskussion ums Urheberrecht am 5. Juni im depot

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DJV-NRW – Veranstaltung am 13. Juni im depot, Medienvertreter sprechen über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven Diskussionsforum nimmt Lokaljournalismus in den Fokus

„Wie kann Lokaljournalismus in Zukunft aussehen?“ lautet das Thema der Podiumsdiskussion, zu der der Presseverein Ruhr im DJV (Deutscher Journalisten-Verband NRW) am Donnerstag, 13. Juni, um 19 Uhr ins Kulturort Depot einlädt. „Pressedämmerung“ lautete der Titel des Spiegel-Leitartikels in der ersten Märzausgabe. Demokratiepathos, so hieß es dort weiter, werde dem Journalismus nicht aus der Krise helfen. Wie aber können Lösungsansätze aussehen, damit gerade auch der Lokaljournalismus eine Chance auf Zukunft hat? Auf dem Podium diskutieren der Bundesvorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes Frank Überall, Medienforscher Horst Röper, Ulrike Kaiser von der Initiative Qualität im Journalismus, der Journalist und Verleger Georg Watzlawek sowie der Verleger der Ibbenbürener Volkszeitung, Klaus Rieping. Sie werden erörtern, welche Modelle und Formate Perspektiven versprechen. Oder hat gar nur noch ein öffentlich geförderter Journalismus eine Überlebenschance?

Veranstaltungsort
Kulturort Depot 
Immermannstraße 29
44147 Dortmund 

Anmeldungen bitte an beate.kraemer@djv-nrw.de.

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Mitglieder des PVR erkunden die Messehallen

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Gewerkschaftstag für Pakt zur Stärkung des Lokaljournalismus

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
der Presseverein Ruhr ist auch in den kommenden beiden Jahren im Landesvorstand des DJV vertreten. Auf dem Gewerkschaftstag in Bielefeld wurden Katrin Kroemer und Thomas Schwarz mit großer Mehrheit als Beisitzer wiedergewählt. Der Kollege Theo Körner wurde für zwei weitere Jahre zum Kassenprüfer bestimmt.
Dazu beigetragen haben nicht nur das anerkannte Engagement der Gewählten, sondern auch die starke, überdurchschnittliche Präsenz unseres Ortsvereins beim Gewerkschaftstag. Etwa jeder siebte Delegierte in Bielefeld war Mitglied unseres Pressevereins.
Inhaltlich lag der Schwerpunkt auf dem Thema „Lokaljournalismus“. Dazu wurde der Landesvorstand beauftragt einen Pakt zur Stärkung der lokalen Berichterstattung auf den Weg zu bringen.

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Hans Leyendecker zu Gast beim Presseverein Ruhr

von Theo Körner

Es war quasi ein Heimspiel für Hans Leyendecker, als er in März beim (JHV) Presseverein Ruhr, Dortmund/Kreis Unna zu Gast war.

Denn der langjährige Redakteur der Süddeutschen Zeitung ist nicht nur seit Kindheitstagen bekennender BVB-Fan, mit Dauerkarte, er hat auch das Amt des Präsidenten des Deutschen Evangelischen Kirchentags inne, der vom 19. bis 23. Juni in Dortmund stattfindet.

Leyendecker sprach über den Stellenwert des Journalismus in heutiger Zeit, ging auf die Krisen im Printbereich ein und äußerte sich auch über den Fall Relotius.

Im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Pressevereins, Kay Bandermann, erzählte er über die Jahre, in denen er einst bei der Westfälischen Rundschau gearbeitet hat, bevor er zum Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ wechselte.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie unter https://www.revierpassagen.de/?s=leyendecker

Ein weiterer Artikel ist in der aktuellen Ausgabe des DJV-Journals (2/2019) auf Seite 29 unter dem Titel „Umsicht und Leidenschaft“ zu finden.

Fotos Pal Delia
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„Eiserner Reinoldus“ für Wilo-Foundation

Die Dortmunder Wilo-Foundation erhält den Ehrenpreis „Eisernen Reinoldus 2019“. Das entschied die Mitgliederversammlung des Presseverein Ruhr am Montag.

Die Journalistenvereinigung würdigt damit die umfangreichen Förderaktivitäten der Familienstiftung in den Bereichen Kultur, Sport, Wissenschaft, Bildung und Soziales in Dortmund und der Region. Hinter der Wilo-Foundation als Hauptaktionärin des weltweit führenden Pumpen- und Pumpensystemherstellers WILO SE steht die Unternehmer- und Stifterfamilie Opländer. Dr. E. h. Jochen Opländer und seine Kinder übertrugen 2011 die zuvor in Familienbesitz gehaltenen Aktien an der WILO SE auf die Caspar Ludwig Opländer Stiftung, die im Jahr 2016 in die heutige „Wilo-Foundation“ umbenannt wurde.

Als Hauptaktionärin unterstützte die Stiftung zudem die Entscheidung der WILO SE, den zentralen Standort in Dortmund komplett zu digitalisieren. Im Zuge einer der größten aktuellen industriellen Baumaßnahmen in NRW entsteht dort eine neue Firmenzentrale mit einer digital-vernetzten Fabrik und einem hochmodernen Administrationsgebäude. „Das ist ein starkes Bekenntnis zum Standort Dortmund und setzt die fast 150jährige Firmentradition von Wilo eindrucksvoll fort“, so Kay Bandermann, Vorsitzender des Pressevereins.

Der Eiserne Reinoldus wird seit 1965 an Persönlichkeiten und Institutionen vergeben, die sich um Dortmund und die Region verdient gemacht haben und zudem ein offenes Verhältnis zu den Medien pflegen. Die vergangenen Preisträger waren Theater-Intendant Kay Voges, der Verein Africa Positive, der frühere Konzerthauschef Benedikt Stampa und BVB-Präsident Reinhard Rauball. Die Preisverleihung findet im Herbst statt.

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Workshop „Ein Sachbuch schreiben“

Ein Berufsfeld für Journalisten? Vielleicht! Unser Kollege und mehrfacher Buchautor Jo Hecker gibt einen Einblick in seine reichhaltigen Erfahrungen als Autor-, Ko-Autor und Ghostwriter bei unterschiedlichen Verlagen und gibt Tipps, welche Fehler man beim Schreiben eines Buches vermeiden kann. Und nicht nur er kommt.

Nach dem Mittagessen wird uns ein exzellenter Kenner des deutschen Buchmarktes hilfreiche Informationen mit auf den Weg zum Schreiben und Veröffentlichen eines Buches geben: Michael Schikowski (https://www.immer-schoen-sachlich.de/kontakt/). Zum Einstieg ins Thema klärt er die grundsätzliche Frage, was ein Sachbuch eigentlich ist und wer es überhaupt liest. Am Anfang stehen also die Grundformen des Sachbuchs im Unterschied zum Fachbuch oder Essay. Wer aber liest eigentlich Sachbücher, mit welchem Ziel, und warum ist für die Zukunft eher mit einer Konjunktur des Sachbuchs zu rechnen? Mit einem kurzen Blick in die deutsche Sachbuchtradition, die von Georg Forster über Brehm bis zu Sebastian Haffner reicht, wird deutlich, dass die Formen des Sachbuchs wie ihre Leser in spezifischen sozialen Kontexten wurzeln. Welches sind die wichtigsten Sachbücher der Backlist, welche Sachbücher bietet der Markt für Kinder und Jugendliche und wohin geht der Trend bei Neuerscheinungen?

Die Veranstaltung findet am Samstag, den 23.März 2019 in der Lindenbrauerei in Unna statt.

Folgender Ablauf ist geplant:

10.00 Uhr             Begrüßung 
10.15 – 11.00 Uhr Erfahrungs- und Praxisbericht von Jo Hecker als Autor, Co-Autor und Ghostwriter
11.00 – 12.00 Uhr Fragerunde an den Referenten und Diskussion des Vortrags

12.00 – 13.00 Uhr Mittagspause

13.15 h – 14.45 Uhr Vortrag von Michael Schikowski
14.45 – 16.00 h      Fragen zum Vortrag und Diskussion
16:00 – 16.15 Uhr   Ausblick 

Interessenten werden schnellstmöglich um eine verbindliche Anmeldung gebeten.

Ansprechpartnerinnen im PV Ruhr sind:
Beate Schröder-Off und Carola Schiller

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Sonntags im Fußballmuseum

„Der Presseverein Ruhr war live dabei, als im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund für die ARD-Sportschau das Achtelfinale des DFB-Pokals ausgelost wurde. Die Live-Übertragung war der abschließende Programmpunkt beim Infobesuch des DJV in Dortmunds jüngstem Museum.

Zuvor führten Kommunikationsleiter Nils Hotze und Social Media Manager Jens Krömer durch die spannend aufbereitete Ausstellung. Die 34 Mitglieder des Pressevereins erfuhren exklusive Anekdoten aus der Geschichte des Fußballs, erhielten einen Einblick in die Arbeit des Museum und bestaunten einige der Exponate. Selbst routinierte Fans erfuhren Neues, wie etwa, dass die roten und gelben Karten erst 1970 eingeführt wurden.

Zu entdecken gab es so viel, dass die Zeit nicht reichte: Rund 1.600 Exponate und insgesamt 25 Stunden Filmmaterial zeigt der interaktive und multimediale Rundgang. Das 3D-Kino, die Schatzkammer mit den bedeutendsten Trophäen, eine Reporterkabine oder der Weltmeisterbus sind einige der Highlights. Das Museum, im Oktober 2015 eröffnet, entwickelte sich  schnell zu einem der besucherstärksten Museen der Rhein-Ruhr-Region.

Aber das Museum ist keine Devotionalienkammer: Es zeigt den Fußball aus verschiedenen Blickwinkeln: lebendig, emotional, interaktiv. Mit einer Perspektive über den Tellerrand hinaus und deshalb sehr empfehlenswert auch für Nicht-Fußballfans!“

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Quartiertsspaziergang durchs Dortmunder Unionviertel

Nur wer ausgetretene Pfade verlässt, kann Neues entdecken. Diese Erkenntnis haben Mitglieder des Pressevereins Ruhr bei einem Spaziergang durch das Union-Quartier gewonnen. Helga Beckmann führte die Journalisten-gruppe durch das Dortmunder Westend. Mit der langjährigen Quartiers-Managerin schauten sie hinter die Kulissen der Kreativschmieden links und rechts der Rheinischen Straße, z.B. in die Werkstätten der „Urbanisten“ und am „Haus der Vielfalt“.

Mehr als zwei Stunden ging es kreuz und quer durch das rund 100 Jahre alte Wohnviertel zwischen Dorstfelder Brücke und Unionstraße.

Besonders spannend war der Blick in die Innen- und Hinterhöfe des Viertels. Kleine und großformatige Kunstwerke aus der Sprayer-Szene gibt es dort zu sehen. Man muss nur von ihnen wissen. Helga Beckmann wusste Hintergründe, Anekdoten und die Geschichten der Menschen des Union-Viertels spannend zu erzählen.

Text: Kay Bandermann

Fotos: Anja Cord

 

 

 

 

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Diskussion rückt Übergriffe auf Journalisten in den Fokus

Diskussionsrunde mit Frank Überall (DJV-Bundesvorsitzender), Alexander Völkel („Nordstadtblogger“), Björn Kietzmann (Fotograf), Gregor Lange (Polizeipräsident) und Kay Bandermann (Moderator).

„Vielen ist der Druck auf Journalisten bislang gar nicht bewusst“, betont Frank Überall, Vorsitzender des DJV-Bundesverbands, gleich eingangs auf dem Podium. Auf Einladung des DJV-NRW, des Pressevereins Ruhr und der Nordstadtblogger diskutierten im Kino des Kulturort Depot in Dortmund der DJV Bundesvorsitzende mit den beiden Journalisten Alexander Völkel und Björn Kietzmann sowie dem Polizeipräsidenten Dortmunds Gregor Lange. Es moderierte Kay Bandermann, Vorsitzender des Pressevereins Ruhr vor mehr als 70 Zuschauern. So berichten Björn Kietzmann und Alexander Völkel von den vielfältigen Bedrohungen bei der Ausübung ihres Berufs durch (Rechts-) Extremisten. Einschränkungen erfahren sie allerdings auch durch Behinderungen durch die Polizei. Kietzmann war die Akkreditierung als Pressevertreter bei G20 entzogen worden. „Die Pressefreiheit muss in allen Einsatzbesprechungen der Polizei Thema sein“, fordert denn auch Überall. Neben schriftlichen Einsatzbefehlen sollte eine Kommunikationsstruktur aufgebaut werden, die den nötigen Raum für die Berichterstattung zulasse und die Sicherheit der Journalisten gewährleiste. Wo Menschen arbeiten, passierten aber auch Fehler. Sollten Journalisten in ihrer Arbeit durch Beamte behindert werden, sollte dieses auch zu einer Dienstaufsichtsbeschwerde gebracht werden.

Es müsse immer auch abgewogen werde, so Überall, welche Rolle der Journalist habe. Er dürfe sich beruflich nicht in die Rolle eines Aktivisten begeben und müsse sich im Zweifelsfalle juristischen Rat einholen.Einig sind sich Überall und Polizeipräsident Lange darin, Vorfälle zu melden, die Journalisten durch Gewalt oder Einschüchterungen Dritter erfahren. Nur so könnten die Fälle aufgeklärt werden. Viele Journalisten hätten inzwischen aber auch nicht mehr den Mut, sich und ihre Familien damit in Gefahr zu bringen, so Überall.

 

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DJV-NRW, Verdi und Presseverein Ruhr (Dortmund & Kreis Unna) marschieren in der Warnstreiks durch Unna…

In Unna zogen die Demonstrierenden von der Lindenbrauerei zum Verlagsgebäude des Hellweger Anzeigers. Mehrere Redner wandten sich vor dem Verlagsgebäude und zum Abschluss der Demo in der Lindenbrauerei an die Streikenden. Cornelia Merkel, Redakteurin beim Iserlohner Kreisanzeiger und Mitglied in der Tarifkommission, warnte die Verleger: „Wer am Journalisten spart, spart am Leser!“ Horst Röper vom Formatt-Institut stellte klar: „Wertschätzung werden wir von den Verlegern nicht mehr erfahren, sie sind heute keine Verleger mehr, sondern Kaufleute!

Bildergalerie von Bildjournalist / Fotograf  Pal Delia

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Wohnungslosen-Zeitschrift bodo gelingt rasante Auflagenentwicklun

Bei der Jahreshauptversammlung des Pressevereins Ruhr war der Chefredakteur der Wohnungslosen-Zeitschrift bodo zu Gast. Bastian Pütter berichtete über eine rasante Entwicklung der Auflagenzahlen. Verkaufte der Verein, der das Printprodukt herausgibt, vor Jahren noch 3.500 Exemplare, sind es inzwischen rund 20.000. Zu dem Erfolg habe unter anderem auch die Ausgestaltung der Vertriebswege beigetragen.
Rund 120 Verkäufer sind nach Worten Pütters im Raum Bochum und Dortmund (daher auch der Name bodo) im Einsatz und bieten an Orten mit entsprechender Besucherfrequenz, wie Lebensmitteläden in Stadtteilen oder Einkaufzentren, die Zeitschriften an. Die Verkäufer werden zur Hälfte am Gewinn beteiligt. Wer sich beim Verein Bodo für die Aufgabe meldet, „gibt seinem Leben eine Wende“, erklärte Pütter. Die Menschen gehen wieder einer geregelten Tätigkeit nach, viele finden auch wieder eine Wohnung. Ganz wichtig sei allerdings das Erlebnis von Anerkennung, auch wenn sie Verkäufer schon mal negative Stimmen aus der Bevölkerung zu hören bekommen würden, meinte der Chefredakteur.
Das Personal spiele auch deshalb eine so bedeutende Rolle, weil es die Leser sehr genau kenne. Daher gebe es auch regelmäßig einen Meinungsaustausch mit den Verkäufern. Das 48-seitige Magazin, das pro Exemplar 2,50 Euro kostet, biete eine Fülle an Themen, die eine soziale Verankerung haben können, aber nicht müssen. Das Heft wolle durchaus auch eigene Akzente setzen und beobachte sehr intensiv die Berichterstattung der einzig noch verblieben Tageszeitungsredaktion für das Oberzentrum Dortmund.
Großen Wert lege die Redaktion, die aus drei Teilzeitkräften besteht, auch auf die Fotoauswahl und Bildgestaltung, betonte Pütter. Weltweit gebe es 115 Wohnungslosen-Zeitschriften. Mit ihnen sei bodo recht eng vernetzt.
Bei den anschließenden Wahlen wurden in ihrem Vorstandsamt bestätigt: -1. Vorsitzender Kay Bandermann, 2. Vorsitzende Anja Cord, Thomas Schwarz, Schriftführer: Johannes Brüne, Kassierer: Joachim Hecker. Zu Beisitzern wurden gewählt: Stefan Milk, Martin Pape, Pal Delia, Julika Gang, Michael Milewski, Karola Schiller und Theo Körner. In der Diskussion über die strategische Linie des DJV im Allgemeinen und des Pressevereins im Besonderen kam die Forderung auf, digitale Strategien zu entwickeln, um vor allem junge Menschen zu erreichen, die in den Medien aktiv sind.

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PV Ruhr Jahreshauptversammlung Dortmund März 2018 Fotograf Pal Delia

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Reinoldusverleihung 2017 an Kay Voges

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Reinoldusverleihung an Kay Voges

Große Bühne für Theater-Intendant Kay Voges

Der Presseverein Ruhr hat den Dortmunder Theater-Intendanten Kay Voges mit dem „Eisernen Reinoldus“ geehrt. Die Auszeichnung, benannt nach dem Namenspatron der Stadt, wird seit über 50 Jahren verliehen. Der Preisträger zeigte sich sichtlich gerührt von der Würdigung. Noch nie sei an einem Abend sein Name so häufig gefallen, entgegnete er nach zahlreichen Lobreden und fügte augenzwinkernd hinzu: „Zumindest nicht in einem positiven Zusammenhang!“

Während der Feierstunde im Dortmunder Rathaus erklärte Oberbürgermeister Ullrich Sierau vor mehr als 100 geladenen Gästen, der Preisträger sei „ein Glücksfall“ für die Stadt. Voges habe wesentlich zu einem positiven Ansehen Dortmunds beigetragen – und das weit über die Region hinaus. Sierau spielte damit vor allem auch auf die InszenReinoldus 03ierung „Borderline Prozession“ an, mit der Voges und sein Ensemble in diesem Jahr zum deutschen Theatertreffen in Berlin eingeladen wurden – eine der höchsten Ehrungen in der bundesdeutschen Theaterlandschaft. Die Leistungen des Intendanten verdienen Anerkennung und Respekt, hob der Oberbürgermeister hervor.

Laudator und Regisseur Marcus Lobbes würdigte Voges als einen Theatermacher, der „die Frage nach dem Großen, Ganzen“ stelle, aber ebenso auf einzelne Details bedacht sei und insgesamt Freude daran habe, Dinge weiter zu entwickeln. Voges, der seit 2010 in Dortmund arbeitet, die Grenzen des Machbaren aus, sei von großer Neugierde getragen und sorge mit dem Einsatz von multimedialen Techniken in seinen Aufführungen für neue Impulse. Lobbes stellte die „Akademie für Digitalität und Darstellende Kunst“ heraus, die Voges in Dortmund gründen und mit der er auf die Veränderungen im Kulturbetrieb reagieren will. Damit komme auch zum Ausdruck, dass der Intendant die Bühne als TheaterlReinoldus 09abor und somit als Ort des Experimentierens und Ausprobierens verstehe. Der Intendant meinte in seiner Dankesrede, dass er sich über die „vollen Häuser“ beim Dortmunder Theater freue. Er habe bis heute stets eigene Visionen weiterentwickelt und wolle nach wie vor für Kunst begeistern. Allerdings ließ er auch keinen Zweifel: „Kultur braucht Förderung“, und mit mehr Unterstützung sei auch „mehr möglich“.

Kay Bandermann ging bei dem Festakt auch auf die aktuelle Situation des Journalismus ein und unterstrich dessen Bedeutung für die Demokratie, in dem er Nachrichten einordne und bewerte. Angesichts der Entwicklungen vor allem auch im Printbereich bestehe Sorge um die mediale Vielfalt. Bedauerlich sei, dass es in Dortmund inzwischen keine Mantelredaktion mehr gebe. Die zuletzt einzig noch verbliebene sei durch die Zusammenlegung der Redaktionen von Ruhr Nachrichten und Hellweger Anzeiger in Unna nun auch verschwunden. (Text: Theo Körner, Fotos: Anja Cord)

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Drei Dortmunder im DJV-Landesvorstand

Überaus stark vertreten ist der Presseverein Ruhr künftig auf der Landesebene des DJV. Beim Gewerkschaftstag (6.5.) in Hagen wurden gleich drei Mitglieder unseres Ortsvereins in den neuen Landesvorstand gewählt. Barbara Merten-Kemper ist jetzt stellvertretende Landesvorsitzende. Katrin Kroemer und Thomas Schwarz wurden für die kommenden zwei Jahre zu Beisitzern in dem insgesamt neunköpfigen Gremium gewählt.

Breite Zustimmung fand ein Antrag des Pressevereins zur Situation journalistischer Kolleginnen und Kollegen in der Türkei. Der DJV-NRW wird sich auf Bundesebene dafür einsetzen, dass die DJV-Kommission Europa künftig halbjährlich einen Bericht über die Situation der Pressefreiheit in der Türkei erstellt und veröffentlicht. Zudem wird die türkische Regierung aufgefordert, zu Unrecht inhaftierte Journalistinnen und Journalisten sofort freizulassen.

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Mörderischer Ausflug nach Unna

Journalisten blicken hinter die Kulissen von Europas größtem Krimifestival

Das Fachwerkhaus, in einer Seitengasse von Unna gelegen, lässt kaum vermuten, dass hier das Büro von Europas größtem Krimifestival beheimatet ist. Doch das altehrwürdige Nicolaihaus neben der gleichnamigen Kirche im Zentrum der Kreisstadt bietet für die beiden Organisatoren Sigrun Krauß und Dr. Herbert Knorr genau das passende Ambiente, um die international renommierte Veranstaltungsreihe „Mord am Hellweg“ auf die Beine zu stellen. Für rund 20 Journalisten des Pressevereins Ruhr nahmen sich die beiden Krimi-Spezialisten Zeit, um ihnen einen Blick hiMord am Hellweg 2nter die Kulissen zu bieten. Der Ausdruck Kulisse hat denn auch seine Berechtigung, denn zu dem Festival gehören inzwischen rund 220 Literaturveranstaltungen, die längst zu Inszenierungen geworden sind, wie Sigrun Krauß berichtete. Die Locations selbst sind vollkommen unterschiedlich, mal lesen Autoren in einer Gefängniszelle aus ihren Büchern, mal wird eine alte Fabrikhalle leer geräumt, auch fand bereits in einer Schwimmhalle eine Lesung statt. Selbst unter Tage gab es Gelegenheit, den Worten eines Krimiautors zu lauschen. Der Ort, der die wohl heftigste Kontroverse ausgelöst hat, war zweifellos ein Sex-Club in Unna, doch ließen sich die Wogen wieder glätten, als ein Kulturpolitiker deutlich das Wort ergriff.

Mit dem „Mord am Hellweg“ begann es vor 15 Jahren, noch zu einer Zeit, als das Genre Krimi keineswegs so gut situiert war wie heute. Nicht nur die Literaturgattung hat einen enormen Wandel erlebt, sondern auch das Festival selbst. Die Zahl der Veranstaltungen hat sich vervierfacht, darüber hinaus sind die Besucherzahlen auf zuletzt 28.100 geklettert. Die Zahl der Mitwirkenden lag 2016 bei über 600. Die Bedeutung des Krimifestivals lässt sich aber nicht nur an diesen eher statistischen Werten festmachen, sondern vor allem auch an den Namen, die sich im Programm wiederfinden. Jussi Adler-Olsen, Andreas Eschbach, Nicco French, Joy Fielding, Tess Gerritsen oder Jo Nesbø, um nur einige Beispiele zu nennen, sind allesamt Bestseller-Autoren und sie alle haben bei „Mord am Hellweg“ mitgewirkt.

Durch das Festival sei es gelungen, den Bekanntheitsgrad der Hellweg-Region zu steigern, betonte Herbert Knorr. Zugleich arbeite man daran, das Image des Ruhrgebiets, von dem viele Menschen noch immer denken, es sei von Kohle und Stahl geprägt, zu verändern. Gern nutze er die Gelegenheit, den Autoren bei ihren Besuchen, Sehenswürdigkeiten, Landmarken und Landschaften zu zeigen. Für die Autoren, die an den Krimi-Sammelbänden von „Mord am Hellweg“ mitwirken, besteht ohnehin die Pflicht, sich einige Tage in der Stadt aufzuhalten, in der ihr neuer Kurzkrimi spielt. Denn ohne Ortskenntnisse können sie nun mal nicht authentisch schreiben, erläuterte Knorr. Bislang sind acht Anthologien erschienen die auch gute Verkaufszahlen aufweisen, wie Knorr berichtete. Da gibt es dann Storys mit Titeln zu lesen, wie der Leichenfischer von Rünthe, die Bestie von Oelde, der Schlachter von Wickede oder Dortmunder Leichenglück.

Auf starke Resonanz stößt zudem der Krimiliteraturpreis Ripper Award. An der Abstimmung, wer den Preis erhalten soll, nahmen 2016 rund 10.000 Leser teil. Sie votierten (per Karte oder online) im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit für Sebastian Pitzek, der in der Unnaer Erich-Göpfert-Halle den mit 11.111 Euro dotierten Preis entgegennahm.

Am 6. Mai erhalten Sigrun Krauß und Herbert Knorr selbst eine Auszeichnung. Das Syndíkat, eine Autorengruppe der deutschsprachigen Kriminalliteratur, ehrt die Festivalleitung von „Mord am Hellweg“ mit dem Ehrenglauser 2017 für die Verdienste um den deutschsprachigen Kriminalroman.

Für die Zukunft sehen Krauß und Knorr das Festival gut gewappnet. Die Förderung durch das Land sei inzwischen ein festgeschriebener Posten. Mit dem WDR und der Tageszeitung „Die Welt“ habe man zwei veritable Medienpartner. Allerdings zeige sich, dass die sozialen Medien immer wichtiger werden, schließlichIMG_9582_1 erreiche man auf diese Weise das Publikum schnell und in großer Zahl, meinte Knorr. Die Zeiten der großen Pressekonferenzen mit 30 Medienvertretern gehören nach seinen Worten auch längst der Vergangenheit an, der Umbruch in der Medienlandschaft zeigt Wirkung. Inzwischen werden die Informationen an die zuständigen Stellen gemailt – oder gleich Netz gestellt.

(Text: Theo Körner, Fotos: Anja Cord)

http://www.mordamhellweg.de/

 

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Professioneller Journalismus mehr denn je gefragt

Dortmund. Eine Diskussion über den Umgang mit so genannten Fake-News und die Rolle des Journalismus, die Entscheidung über den Preisträger des Eisernen Reinoldus, Ehrungen sowie Planungen für das Jahr 2017 standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Pressevereins Ruhr.

Gleich zu Beginn waren mahnende und zugleich aufmunternde Worte von Professor Dr. Claus Eurich (Institut für Journalistik an der TU Dortmund) zu hören. Journalisten sollen sich, so betonte er, nicht als Opfer einer medialen Entwicklung betrachten, sondern trotz aller widrigen Umstände Mut und Kraft des Gestaltens bewahren. Gemeinsam mit Bastian Schlange (Netzwerk Correctiv) befasste sich Eurich mit der Frage, welche Möglichkeiten Journalisten haben, Hate Speech und Fake-News, die vor allem über die sozialen Netzwerke verbreitet werden, etwas entgegenzusetzen.

Foto: Anja Cord

Foto: Anja Cord

Soziale Medien sind kein Korrektiv des Journalismus

Beide Referenten betonten, dass vor allem professioneller Journalismus gefragt sei, der mit seinen ihm ureigenen Standards Inhalte auf Facebook und Co. hinterfrage oder bei Bedarf widerlege. Eurich, zu dessen Schwerpunkten in Lehre und Forschung Ethik sowie Kommunikations- und Medientheorien gehören, hob auf wesentliche Kompetenzen von Journalisten ab, die er jetzt mehr denn je als gefragt sieht. Diese reichen von der Nachrichtenauslese und -bewertung über die Einordnung von Informationen bis hin zur fach- und sachgerechten Vermittlungen von Neuigkeiten. Der Wissenschaftler widersprach sehr vehement einer um sich greifenden Denkweise, wonach soziale Medien als Korrektiv des Journalismus verstanden werden können. Zu den Wesensgehalten einer Demokratie gehöre es vielmehr, dass der Journalismus eine Kontrollfunktion habe und diese auch ausüben müsse.

Foto: Anja Cord

Foto: Anja Cord

Nach Worten von Bastian Schlange kommt der Journalismus aber um die sozialen Netzwerke nicht mehr herum, spielen sie doch eine ganz entscheidende Rolle und haben auch maßgeblichen Einfluss auf die Politik. Angesichts der Reaktionszeiten, die die virale Verbreitung von Informationen Politikern und auch anderen Entscheidungsträgern abverlangt, spreche der Blogger Sascha Lobo von einer „Sofortpolitik“. Für Schlange ist eigentlich jeder Journalist mit seinem eigenen Verantwortungsbewusstsein gefragt, um Falschmeldungen auseinanderzunehmen. Im Fall der Fälle müsste man auch juristische Möglichkeiten in Betracht ziehen.

Das grundlegende Problem der Finanzierung

In der Diskussion mit den beiden Gästen schälte sich aber sehr deutlich ein elementares Problem heraus, nämlich die Finanzierung von professionellem Journalismus. Eurich plädierte für die Bildung von Stiftungen, die sich um diese Thematik kümmern sollen. Auch aus Sicht von Bastian Schlange gilt es, über neue Finanzierungsmodelle nachzudenken, zugleich erinnerte er an die bereits bestehende Stiftung „Vor Ort NRW“, die unter dem Dach der Landesmedienanstalt den Lokaljournalismus fördern will und einen besonderen Fokus auf das Internet richtet. Correctiv selbst, so Schlange, hat zwei konkrete Projekte begonnen, die auf aktuellen Entwicklungen reagieren: Zum einen handelt es sich um das Onlinemagazin „Özgürüz“, das der im deutschen Exil lebende Journalist Can Dündar (ehemaliger Chefredakteur der regierungskritischen türkischen Zeitung Cumhuriyet) und Correctiv gegründet haben und das den Menschen in der Türkei ungefilterte Nachrichten vermitteln will. Noch vor dem Start wurde das Medium in der Türkei nach Angaben von Correctiv gesperrt. Zum anderen wollen das Netzwerk (Sitze: Essen, Berlin) und Facebook zusammenarbeiten, um den Falschmeldungen Herr zu werden. Bislang ist unter anderem geplant, dass Mitarbeiter Inhalte prüfen, die ihnen von Nutzern gemeldet werden. Im Fall der Fälle sollen dann solche Inhalte auch entsprechend gekennzeichnet werden.
Solidarität mit Journalisten in der Türkei

Ferner sprach sich der Presseverein dafür aus, ein klares Zeichen für die in der Türkei inhaftierten und auch drangsalierten Journalisten zu setzen. Für den Gewerkschaftstag am 5. Mai in Hagen wird ein Antrag vorbereitet, der darauf abhebt, Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen sowie die Bedeutung der Pressefreiheit für einen demokratischen Staat zu bekunden.
Die Mitgliederzahlen des Pressevereins haben sich erfreulich entwickelt, gehören ihm doch 491 Journalisten an. Das sind 20 mehr als im Vorjahr. Für das laufende Jahr plant der Ortsverein bei namhaften Firmen und Organisationen. (Text: Theo Körner)

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